Unterwegs mit Apicius und Lukull
Landschaften und Regionen, in denen wir urlaubten, haben in unserer Erinnerung nicht nur eine Farbe, sondern auch einen Geschmack und einen Duft. Im Urlaub gehört es zu den schönsten Freuden, den Deckel von fremden Töpfen zu heben und intensiv zu schnuppern, zu kosten und zu genießen.
Daraus können Sie nun eine Tugend machen. Halten Sie es doch wie Marcus Gavius Apicius, Snob, Feinschmeckerpapst und Paradebeispiel von Dekadenz in der römischen Kaiserzeit, in der die Kochkunst mit gefüllten Sauzitzen, Pfauenzungen und gegrillten Hahnenkämmen auf die Spitze getrieben wurde. Er war es, der die vermutlich erste Gourmetreise unternahm. Und das kam so: An seinem Wohnort Minturnae am Tyrrheinischen Meer hatten es Apicius die heimischen Krebse schwer angetan. Als ihm zu Ohren kam, dass die Tierchen an der Afrikanischen Küste noch delikater, fetter und größer wären, schiffte er sich flugs ein und durchlitt eine lange Seereise. Da ihm sein Ruf als reicher Feinschmecker vorauseilte, umschwärmten ihn die Fischer mit ihren schwer beladenen Booten, bevor er überhaupt anlegen konnte. Apicius inspizierte die Krebse, befand sie als nicht gut genug und segelte unverzüglich und unverrichteter Dinge zurück. Zu rühmen ist übrigens sein kulinarischer Weitblick: Apicius mästete Schweine mit Feigen (der Leber wegen) und legte Austern-Aquafarmen an.
Wir von KochForm wollen natürlich nicht, dass Sie im Urlaub vor einem kalten Herd stehen oder wie Apicius die Segel streichen. In unserer neuen Rubrik „Gourmetreisen“ finden Sie künftig die schmackhaftesten Vorschläge kulinarisch zu reisen.











