Was die Ur-Oma in den Kochtopf schnippelte
In einem Land wie Deutschland, mit vielen Nachbarn, in dem sich die Grenzen mehrfach verschoben haben, integrierte man hierzulande eine Menge Einflüsse von außen. Seit der Völkerwanderung zogen fremde Stämme hindurch, Besatzer und Einwanderer, Fremdarbeiter und Ferntouristen reicherten die Speisekarte an. Die bodenständige deutsche Hausmannskost hielt sich dennoch wacker und nahm das Beste der fremden Einflüsse in sich auf. Kalbshaxe fand sich als Osso bucco im Bräter wieder, Schmorbraten als Boeuf à la mode, das Suppenhuhn als Coq au vin.
Um 1850 kamen die ersten gußeisernen Kochgeschirre in die begüterteren Haushalte. Riesige Kochtöpfe setzen, direkt in die Glut gehängt, nach und nach eine Ruß-Patina an. Der Hausfrau wurde intensive Pflege abverlangt: Zum Einfetten der Herdplatten benutzte man Speckschwarten, die Flügelspitzen der Schlachtgänse dienten zum Fegen des Rußes. Der Schornsteinfeger musste zur Reinigung durchs Dach in den Kamin klettern.
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