Hammerschmiede - Handgeschmiedete Eisenpfannen für Kenner
In der Marktgemeinde Hindelang hat sich ein uraltes Handwerk erhalten, das selten geworden oder andernorts ganz verschwunden ist. Es handelt sich dabei um die heute als Hammerschmiede benannte frühere Waffenschmiede, die auch heute noch in den drei erhaltenen und kaum veränderten rund 500 Jahre alten "Schmitten" ihr schweres Handwerk betreiben. Die rußgeschwärzten Gebäude – aus Bruchsteinen gemauert – stehen fast unmittelbar an der Ostrach, deren unerschöpfliche Wasserkräfte die Wasserräder in Bewegung setzten und so die notwendige Energie lieferten, um die schweren Hämmer, Schleifsteine und Blasebälge anzutreiben.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts standen noch zehn dieser Hammerschmieden entlang der Ostrach. Voraussetzung für ihr Entstehen war der Erzbergbau im Hintersteiner Tal. Hinzu kam damals die logische Folgerung, das gewonnene Erz in eigenen Eisenschmelzen zu Eisen zu verarbeiten und damit die Hammerschmieden zu beliefern. So entstand im Tal der Ostrach eine richtige kleine Rüstungsindustrie. Nachdem im Laufe der Jahrhunderte Spieße und Hellebarden durch Schusswaffen abgelöst wurden, mussten die Ostrachtaler Waffenschmiede ihre Produktion auf friedlichere Erzeugnisse umstellen. U.a. die Herstellung von Pfannen machten es in jüngerer Zeit wieder möglich, dass die übriggebliebenen Hammerschmiede mit ihrer Arbeit wieder eine ausreichende Existenz fanden. Pfannen jeder Größe haben die Herde von Kennern und Könnern erobert. Trotz des modernen Bratpfannenangebotes der Industrie hat die handgeschmiedete Bratpfanne aus den Hammerschmieden des Ostrachtales einen neuen Siegeszug angetreten und spielt heute innerhalb der schmiedeeisernen Produkte eine bedeutende Rolle.
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